Montag, 18. November 2019
Notruf : 112

Ausbildung für Führungskräfte

Zu einer Weiterbildung trafen sich am vergangenen Samstag die Wehrführer mit ihren Stellvertretern und Brandschutzerzieher am Feuerwehrhaus in Homberg. Hier hatten die Ausbilder Stefan Seibert , Andreas Heise und Peter Schmidt einen interessanten Mix an Themen vorbereitet.

So informierte der stellvertretende Stadtbrandinspektor Stefan Seibert ausführlich über die Aufstellung und Inbetriebnahme des neuen Sprungretters SP16.

Das Sprungrettungsgerät kommt dann zum Einsatz, wenn beispielsweise der Einsatz der Drehleiter nicht möglich ist (z. B. Hinterhof) und auch andere Rettungswege nicht zur Verfügung stehen. Im Einsatzfall  wird das Sprungpolster außerhalb des möglichen Aufschlagsbereichs der gefährdeten Person komplett aufgebaut und erst wenn es einsatzbereit ist, in Stellung gebracht. Dadurch wird vermieden, dass die zu rettende Person zu früh springt. Nachdem das Polster in Stellung gebracht wurde, müssen die Einsatzkräfte einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum Rettungsgerät einhalten, weil die Gefahr besteht, dass die zu rettende Person das Sprungpolster verfehlt oder davon abprallt, was wiederum ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Einsatzkräfte darstellt. Das Sprungkissen besteht aus einem aufblasbaren Schlauchgerüst mit speziellen Planen, das mit Hilfe einer Druckluftflasche innerhalb von rund 30 Sekunden einsatzbereit gemacht wird. Dazu werden lediglich die Hülle und danach die Druckluftflasche geöffnet. Das Sprungpolster entrollt sich selbsttätig und richtet sich auf. Beim Aufrichten des SP 16 wird der Innenraum mit Umgebungsluft gefüllt, welche beim Aufprall durch in Größe und Anzahl definierte Öffnungen an den Seiten langsam entweicht. So wird die kinetische Fallenergie des Körpers kontrolliert in Reibungsverluste ausströmender Luft umgesetzt. Nach dem Sprung aus maximal 16 Metern ist das Sprungpolster bereits nach zehn Sekunden ohne Zutun der Einsatzkräfte wieder einsatzbereit. Pressluft muss dabei nicht nachgefüllt werden. Die Sprungfrequenz richtet sich lediglich danach, wie schnell die eingesprungene Person aus dem Gerät entfernt werden kann. Das Sprungpolster kann durch zwei Personen bedient werden; im Vergleich dazu werden beim Einsatz eines Sprungtuchs sechzehn, beim Sprungtuch mit Unterstützung sechs Feuerwehrangehörige als Haltemannschaft benötigt, weshalb insbesondere Sprungtücher heute kaum mehr verwendet werden.

Bei der Inbetriebnahme konnten die Teilnehmer dann den raschen Aufbau und tatsächlichen Platzbedarf erleben. Dies ist besonders wichtig um beim ersteintreffen und erkunden von Einsatzstellen, schon die Möglichkeit eines Einsatzes in Erwägung ziehen zu können. Diesen zeitlichen Vorteil gilt es zu nutzen, um beim Eintreffen des Gerätes mit dem Homberger Löschfahrzeug unverzüglich die Rettungsmaßnahmen einleiten zu können.

Im zweiten Teil des Tages hatte der Nieder-Ofleider Wehrführer Andreas Heise und sein Stellvertreter Peter Schmidt den im November beschafften Feuerlöschertrainer aufgebaut. Sie erläuterten die Funktionsweise des umweltfreundlich mit Propangas befeuerten Gerätes und stellten die verschiedenen Anbauteile mit denen Brände von Elektromotoren, Mülleimern, TV Geräten, Töpfen, sowie eine Fettexplosion und den explosionsartigen Zerknall einer Spraydose eindrucksvoll simuliert werden können vor. Geübt wird das richtige Vorgehen mit wiederbefüllbaren Wasserlöschern, die mit einem handelsüblichen Kompressor unter Druck gesetzt werden.

Sie gingen auch auf die Erfahrungen der bis jetzt durchgeführten Schulungen mit den Erzieherinnen der städtischen Kindertagesstätten, Landfrauenvereine und sonstigen Gruppen ein und gaben wertvolle Tipps, wie man die Ausbildung mit den Geräten strukturieren und durchführen kann.

Im praktischen Teil hieß es dann Sicherung entfernen - Betätigungsgriff drücken und Löschstrahl auf den Brandherd richten. Aber auch andere Faktoren galt es zu beachten wie z.B. Im Freien mit dem Wind dem Brand nähern – so nah wie möglich an die Flammen, aber ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Für unsere Profis jedoch kein Problem.

Nun heißt es mit dem erlernten Wissen, Brandschutz- und Feuerlöscherausbildung in den eigenen Standorten anzubieten und durchzuführen. Interessierte Bürger und Gruppen, können sich hier gerne an die örtliche Wehrführung wenden. Zum Abschluss blickte Stadtbrandinspektor Thomas Stein in zufriedene Gesichter und dankte unter kräftigem Applaus den Ausbildern für eine interessante und kurzweilige Fortbildung.