Samstag, 29. Februar 2020
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Chronik-Homberg

Informieren Sie sich in diesem Bereich über die Chronik der FFW Homberg (Ohm):



Die Anfänge


Bereits im Jahr 1572 wurden im Homberger Rathaus 89 Ledereimer, 15 Feuerleitern und 
5 Feuerhaken aufbewahrt, um bei Bränden eingesetzt werden zu können. Das erste Homberger Spritzenhaus wurde im Jahr 1750 am Rathaus erbaut, als eine Feuerspritze angeschafft wurde. Am 10. April 1855 trat eine für die Stadt Homberg Geltung besitzende Feuerlöschordnung in Kraft. Diese Verordnung sah eine Pflichtfeuerwehr vor, deren Hauptmann und Löschmannschaft in einer Stärke von 112 Mann vom Stadtvorstand ausgewählt wurden. In dieser Feuerlöschordnung wurden als Feuerwehrhauptmann Gottfried Repp II. und als sein Stellvertreter Lorenz Rühl genannt. Die Brandbekämpfung bestand in jenen Jahren noch insbesondere darin, in der Nachbarschaft des betroffenen Anwesens liegende Gebäude niederzureißen, um eine Ausdehnung des Feuers zu verhindern. Die Ausrüstung bestand neben den oben aufgeführten Geräten auch aus Tragspritzen und Fahrspritzen. Als schlechter Ausbildungsstand der Löschmannschaften und nicht einsatzbereite Geräte immer öfter die Ursache für Misserfolge an den Brandstellen wurden, gelangte man zu der Erkenntnis, dass eine völlige Neuorganisation des Feuerlöschwesens von Nöten wurde. Es wurden die Freiwilligen Feuerwehren gegründet. 



Vereinsgründung 1862



Wie vielerorts handelte es sich auch in Homberg zunächst um eine Abteilung des Turnvereins, eine sogenannte freiwillige Feuerlöschabteilung, die am 28. April 1862 im Rahmen der Wiedergründung des Turnvereins ins Leben gerufen wurde. Aus dem Jahr 1865 stammen die ältesten Protokolle, in denen von Feuerwehrübungen auf dem Turnplatz unter der Leitung von Feuerwehrhauptmann Schildwächter gesprochen wird. Ständig steigende Mitgliederzahlen und sich immer mehr erweiternde Aufgabenbereiche haben zur Folge, dass sich die Freiwillige Feuerlöschabteilung im Jahr 1876 vom Turnverein löste. Die Schlagkraft der Freiwilligen Feuerwehr verbesserte sich derart, dass schon in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts der gesamte Brandschutz auf ihr beruhte. Währenddessen nahm die Dienst- und Einsatzfreudigkeit der Pflichtfeuerwehr weiter ab. Diese Entwicklung blieb auch dem Stadtvorstand nicht verborgen und so wurden dann 1881 die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr vom Dienst in der Pflichtfeuerwehr befreit und weitere 600 Mark zur Anschaffung von Geräten bewilligt. In diesem Jahr wurde Dr. Hansult Kommandant der Feuerwehr, der dann 1883 von Theodor Löchel abgelöst wurde. Als im September 1894 eine neue Ortsfeuerlöschordnung in Kraft tritt, wird der Brandschutz von der aus mindestens 50 Mann bestehenden Freiwilligen Feuerwehr, aufgeteilt in Steigmannschaft, Spritzenmannschaft und Ordnungsmannschaft unter Mithilfe einer rund 100 Mann starken Hilfsmannschaft (Pflichtfeuerwehr) durchgeführt. Eine Umstellung innerhalb der Wehr war notwendig, als im Jahr 1902 mit dem Bau der Hochdruckwasserleitung begonnen wurde. Um diese neue Einrichtung auch für die Brandbekämpfung nutzbar zu machen, wurden zwei Hydrantenwagen und neue Schläuche angeschafft und eine neue Hydrantenabteilung gebildet.

1903 - 1950



Im Jahr 1903 wurde Heinrich Kuhl Feuerwehrkommandant. Um während des in seine Amtszeit fallenden 1. Weltkrieges den Brandschutz gewährleisten zu können musste über das Gesetz der Pflichtfeuerwehr auf die vom Kriegsdienst befreiten Männer zurückgegriffen werden. Von 1922 bis 1931 hatte Johannes Maar III. den verantwortungsvollen Posten des Adjutanten inne. In der Festschrift zum 100 jährigen Bestehen der Homberger Feuerwehr wird 1962 Maar als ältester aktiver Feuerwehrmann Hessens bezeichnet. Nachfolger wurde Heinrich Vogel, unter dessen Führung im Jahr 1932 zum Preis von 2.838 RM eine Magirus Motor-Spritze TS 8 angeschafft und dem Spritzenzug übergeben wurde. 

1934 nahmen erstmals Mitglieder unserer Wehr an einer Ausbildung an der Landesfeuerwehrschule in Friedberg teil. Aus gesundheitlichen Gründen legte Vogel im April 1938 sein Amt nieder, Franz Strauch wurde zum neuen Wehrführer bestimmt.

Wie auch im 1. Weltkrieg wurde die Einsatzfähigkeit der Wehr im 2. Weltkrieg durch heranziehen der älteren Jahrgänge zur Pflichtfeuerwehr erhalten. Bäckermeister Heinrich Wolf übernahm, nachdem Strauch zum Gendamariedienst abkommandiert worden war, in 1941 die Führung der Wehr.

Das einzige einsatzbereite Löschgerät, eine TS 8, wurde bei Kriegsende von den amerikanischen Truppen konfisziert, so dass die Stadt ohne jeglichen Brandschutz war. Die erste Generalversammlung nach dem Krieg fand erst 1947 statt und Brandmeister Wolf hatte alle Mühe, junge Männer für den Feuerwehrdienst zu gewinnen. Dies gelang, als im Jahre 1949 der Brandschutz in die Hände der jüngeren Generation gelegt wurde und Heinrich Becker zum 1. Brandmeister ernannt wurde.



1951 - 1960



Ein Höhepunkt im Vereinsgeschehen ist das Jahr 1952 gewesen, als das 90 jährige Bestehen festlich begangen wurde. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Wehr war die Anschaffung eines Löschgruppenfahrzeuges LF 8 im Jahr 1954. freiwillige Spenden machten die Anschaffung einer Standarte möglich. Die Unterstellmöglichkeiten, die das veraltete Spritzenhaus am Rathaus bot, waren völlig unzureichend, so dass das LF 8 notdürftig in einer Scheune untergebracht werden musste. In Anbetracht dieser unzumutbaren Umstände beantragte die Wehr den Bau eines geeigneten Gerätehauses, was aber zunächst an einem fehlenden Bauplatz scheiterte. Zusammen mit anderen Wehren des Kreises hatte die Homberger Wehr im Oktober 1956 eine große Bewährungsprobe zu bestehen, als ein Brandstifter in Büßfeld 3 Scheunen angezündet hatte und nur mit vereinten Kräften ein noch größerer Schaden verhindert werden konnte. In den damaligen Presseberichten wurde die Homberger Wehr lobend erwähnt, da man schon 15 Minuten nach der Alarmierung Wasser aus allen Rohren geben konnte.

    
   




1961 - 1970



Nachdem mit dem Garten am alten Amtsgericht in der Friedrichstraße ein Bauplatz gefunden wurde, konnte endlich mit den Bauarbeiten begonnen werden. Mit über 1.500 Arbeitsstunden beteiligten sich die Mitglieder der Wehr am Bau ihres Gerätehauses, so dass es im Jahr 1961 soweit war und mit dem Umzug begonnen werden konnte. Anlässlich der Feierlichkeiten zum 100 jährigen Bestehen der Wehr wurde es im Juni 1962 festlich eingeweiht. Ihre Einsatzfähigkeit konnte die Wehr im Herbst 1963 unter beweis stellen, als bei einem Dachstuhlbrand in der Post durch einen schnell durchgeführten Löschangriff Fernmeldeanlagen im Wert von damals 300.000 DM gerettet werden konnten. 1964 wurde als Ergänzung zum LF 8 ein Tragkraftspritzenfahrzeug in Dienst gestellt, welches bis im Jahr 2000 noch einsatzbereit war. Zu einem der größten Brände in der Nachkriegszeit in Homberg musste die Wehr am 19. August 1965 ausrücken, als im Sägewerk Friedrich, auf dem Gelände des heutigen KAMAX-Werkes, die große Schneidhalle ein Raub der Flammen wurde. Nur durch massiven Wassereinsatz konnte mit Unterstützung der Nachbarwehren aus Haarhausen, Ober- und Nieder-Ofleiden, Büßfeld und Schadenbach der Brand unter Kontrolle gebracht werden. Der Gesamtschaden betrug damals 500.000 DM. 1967 entschloss man sich von Seiten des Landes, des Kreises und nicht zuletzt durch das Engagement von Bürgermeister Walter Seitz, die Homberger Feuerwehr zu einer Stützpunktfeuerwehr auszubauen. Dies war verbunden mit der Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges TLF 8/17, eines Löschgruppenfahrzeuges LF 8, der Bereitstellung eines Gerätewagens GW 1 und eines Schlauchwagens SW 1000 durch das Land Hessen. Mit diesem fortschrittlichen Fahrzeug- und Gerätepark war man hervorragend ausgerüstet und nun auch für den überörtlichen Brandschutz zuständig. Das in Homberg nach Alsfeld der zweite Feuerwehrstützpunkt in Hessen eingerichtet wurde, soll nicht unerwähnt bleiben.

    
   

1971 - 1980



 Im Zuge der Gebietsreform wurden 1971 dreizehn umliegende Ortschaften eingemeindet. Der langjährige Wehrführer von Homberg Heinrich Becker wurde zum Stadtbrandinspektor ernannt. 1975 vollzog sich in der Wehr ein Führungswechsel als nach nunmehr 26 Jahren unter gleicher Führung Becker sein Amt zur Verfügung stellte und Klaus Pfeil sein Nachfolger als Wehrführer wurde. 1976 konnte eine in den KAMAX-Werken entwickelte und gebaute Rettungsschere in Betrieb genommen werden. Mit diesem Gerät wurde das Retten und Bergen von bei Verkehrsunfällen eingeklemmten Personen wesentlich erleichtert werden, standen doch vorher nur Brechwerkzeuge und Handsägen zur Verfügung. Erwähnt werden muss, dass die KAMAX-Werke diese Schere kostenlos zur Verfügung stellten und auch alle Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten kostenlos durchführten. Bis 1986 war diese Schere im Einsatz und wurde dann durch ein den neuesten Normen entsprechendes Gerät ersetzt. Erheblich verbessert wurde die Ausrüstung unsere Wehr, als 1978 ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 24/50 angeschafft wurde. Dieses Fahrzeug mit seinem 5.000 Liter fassenden Löschwassertank und dem Schaummitteltank mit 500 Liter Inhalt hat sich besonders bei Fahrzeug- und Waldbränden, aber auch bei Großbränden bestens bewährt. Im gleichen Jahr wurde von der Brandversicherungskammer ein Heuwehrgerät bereitgestellt. Seit im Sommer 1980 die stille Alarmierung durch Meldeempfänger eingeführt wurde, ist man in der Lage bei Einsätzen mit geringem Personalbedarf wie z.B. Kleinbränden die Feuerwehrleute gezielt zum Einsatz zu rufen, ohne dass die übrigen Bürger gestört werden. Ebenfalls 1980 ermöglichte eine großzügige Spende der Kreissparkasse Alsfeld die Anschaffung eines gebrauchten VW Passat Variant, der in Eigenleistung zum Einsatzleitwagen umgebaut wurde.

1981 - 1990



Die Montage eines Flutlichtmastes auf dem Gerätewagen und die Beschaffung eines Ölschadenanhängers durch die Stadt Homberg fielen in dasselbe Jahr 1982. Mit letzterem war man in der Lage bei Unfällen mit umweltgefährdenden Stoffen wirksam einzugreifen um die Belastung so gering wie möglich zu halten. Dies veranschaulicht die schon damals steigende Zahl der technischen Hilfeleistungen und der Einsätze mit umweltgefährdenden Stoffen. 1983 trat Heinrich Becker als Stadtbrandinspektor zurück. Aufgrund seiner außerordentlichen Leistungen und seines Verdienstes um den Neuaufbau des Brandschutzes in unserer Stadt und im Altkreis Alsfeld wurde er vom Magistrat einstimmig zum Ehrenstadtbrandinspektor ernannt. Zum neuen Stadtbrandinspektor wurde Bernd Holland gewählt.

Während der 750 Jahr-Feier der Stadt Homberg engagierte sich die Feuerwehr stark in vielen Bereichen. Hauptaufgabe war jedoch die Organisation, Aufstellung und Leitung des großen historischen Festzuges, der sich durch die engen Gassen unserer Stadt schlängelte.

In die Schlagzeilen der Tagespresse rückte die Homberger Wehr, als im Oktober 1985 in Ober-Ofleiden ein mit 10 Tonnen Phospohrsäure und Flüssigharz beladener Tanklastzug umstürzte und der schwer verletzte Fahrer in seinem Führerhaus eingeklemmt wurde. Noch während dieses Einsatzes kippte zwischen Homberg und Büßfeld ein weiterer Lastzug gegen eine Böschung, wobei auslaufender Dieselkraftstoff aufgefangen werden musste.

Wenn die Feuerwehr in all den Jahren viele schwere Einsätze zu bewältigen hatte, so darf der Brand im Wohnhaus Löchel als die schlimmste Brandkatastrophe nach dem Krieg bezeichnet werden. Am 28. Juni 1987 hatte man durch ein Feuer im Spielzeugladen Löchel in der Marktstraße zwei Todesopfer zu beklagen. Gegen 4:35 Uhr hat durch eine beträchtliche Verpuffung das Haus nahezu schlagartig in Flammen gestanden. Die Feuerwehr hat unter größtmöglichem Einsatz die Nachbargebäude retten können. Zur Bewältigung dieser Aufgabe wurden auch die Nachbarwehren und die Drehleiter aus Alsfeld herangezogen. Der Tod des Ehepaares Löchel war jedoch nicht mehr zu verhindern. Die Brandursache konnte bis zum heutigen Tage nicht geklärt werden. Dieser Einsatz entfachte erneut die Diskussion, für die engen Gassen und Straßen Hombergs eine eigene Drehleiter zu kaufen.

Schon zwei Jahre vor der großen 125 Jahr-Feier begann die Wehr mit der Planung des Festes. Zunächst hatte man vor die  Feier ohne den Turnverein durchzuführen. Man gelangte aber zu der Überzeugung, den Turnverein mit einzubinden, war doch unsere Feuerwehr aus den Turnerriegen des TV 1862 entstanden. Mit reichhaltigem Festprogramm, welches sich über zwei Wochen hinwegstreckte wurden alle Sparten und Abteilungen beider Vereine berücksichtigt. Verbunden mit dem Kreisfeuerwehrtag und den Delegiertentagungen war dieses Fest wiederum ein Höhepunkt unsere Vereinsgeschichte.

Mittlerweile war das Feuerwehrgerätehaus in der Friedrichstraße zu klein geworden. Zwei Fahrzeuge standen schon seit geraumer Zeit in städtischen Garagen. Erste Gedanken hatte man sich schon 1978 gemacht, über die Notwendigkeit der Vergrößerung war man sich einig und der Neubau war die einzig vernünftige Alternative. Also entschloss man sich beim Land und der Stadtverwaltung, unter finanzieller Mithilfe des Kreises, an der Michelbach neben dem städtischen Bauhof einen neuen Feuerwehrstützpunkt zu errichten. Nachdem Grünes Licht für das Projekt gegeben wurde machte sich die Wehr auf Wanderschaft, um bei neuerbauten Stützpunkten gleicher Größenordnung Erfahrungen zu sammeln. Diese flossen in einen Neubau ein, den man wohl zu den schönsten Gerätehäusern Hessens zählen kann. Untergebracht sind neben Mannschafts- und Unterrichtsräumen, acht Fahrzeugboxen, eine Wasch- und Werkstatthalle, Atemschutzwerkstatt und die Schlauchwäsche. Eine Funkzentrale vervollständigt den feuerwehrtechnischen Teil. Im Untergeschoss ist in großzügigen Räumen das Spielmanns- und Fanfarencorps untergebracht. Im Dachgeschoss befinden sich der Jugendfeuerwehrraum und ein Luftgewehr-Schießstand des Schützenvereins.

Mit kleinen und großen Anschaffungen aus Vereinsmitteln und viel Hilfe der Stadt Homberg konnten technische Ausrüstungsteile vervollständig werden, zwei gebrauchte VW-Busse als Mannschaftstransportwagen und Einsatzleitwagen angeschafft, sowie Tische für den Lehrsaal und die Kücheneinrichtung besorgt werden. Mit der feierlichen Inbetriebnahme im Jahr 1990 wurde dann auch ein Gerätewart als hauptamtlicher Bediensteter der Stadt Homberg eingestellt.



 1990 - 2011



Die Freude über den neuen Stützpunkt war noch nicht abgeklungen, als es im Juni 1990 einen neuen Grund zur Freude gab. Eine Abordnung der Wehr konnte in Karlsruhe eine der modernsten Drehleitern, eine DLK 18/12 "elbo" (elektronische Bodenüberwachung) der Firma Metz abholen und in Dienst stellen. Der Magistrat hatte vor allem mit Blick auf den Brand im Wohnhaus Löchel beschlossen, den Brandschutz mit diesem über eine halbe Million Mark teuren Fahrzeug sicher zu stellen und zu verbessern.

Im selben Jahr gab es einen Wechsel an der Spitze der Feuerwehr. Zum Nachfolger von Klaus Pfeil wurde in der Jahreshauptversammlung 1990 Peter Pfeil als neuer Wehrführer gewählt. Eine Abordnung der Feuerwehr besuchte im April zum ersten Mal Stadtroda in Thüringen, die neue Partnerstadt Hombergs. Ein Besuch, der die bis heute andauernde freundschaftliche Beziehung der beiden Wehren begründete.

Anlässlich der Brandschutzwoche 1991 erblickte "Florian" das Licht der Welt. Gemeint ist natürlich Florians-Blättchen, unser Informationsblatt für die Homberger Bürger. Hiermit stellt sich die Homberger Feuerwehr und deren Abteilungen der Öffentlichkeit vor, berichtet über aktuelle Themen wie z.B. Einsätze und vorbeugender Brandschutz im Haushalt und erscheint viermal im Jahr.

Einige "gefährliche Klippen" hatte der Verein der Freiwilligen Feuerwehr im Geschäftsjahr 92/93 zu umschiffen. Nachdem das Spielmanns- und Fanfarencorps einen eigenen Förderverein gegründet hatte gab es Uneinigkeit über die weitere Zusammenarbeit der beiden Abteilungen der Feuerwehr. Der Vereinsvorsitzende Karl-Ludwig Born entschloss sich, von seinem Amt zurück zu treten und der zweite Vorsitzende Wolfgang Schmidt führte zunächst kommissarisch die Amtsgeschäfte weiter. Mit der Zeit beruhigten sich die Gemüter und eine gemeinsame Zukunft von Spielmannszug und Einsatzabteilung konnte gesichert werden.

Erfreulicher war da schon die Neubeschaffung eines Gerätewagens "Gefahrgut" (GW/G) im Juli 1993. Bei der Übergabe des 380.000 Mark teueren Fahrzeuges verwies Bürgermeister Eckhard Hisserich auf die zunehmende Gefahr durch Chemikalien und andere gefährliche Stoffe, die neben dem eigentlichen Löschen wachsende Bedeutung bei den Einsätzen der Feuerwehr gewinnt. In der langen Zeit hat es in Homberg glücklicher Weise eher kleinere Brände gegeben. Betrachtet man jedoch die Einsatzstatistiken, so ist die hohe Anzahl an Verkehrsunfällen zu beachten. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen konnte Anfang 1996 ein neuer Rüstwagen RW 1 als Ersatzbeschaffung für den 28 Jahre alten Gerätewagen vorgenommen werden. Hohe Zuschüsse von Land und Kreis ermöglichten dieses Fahrzeug von Lentner, dass sich mit seiner umfangreichen Ausstattung zur technischen Hilfeleistung schon oft bewährt hat.

Sachschaden in Höhe von einer halben Million Mark, aber Werte in mindestens gleicher Höhe gerettet, das ist die Bilanz des Großbrandes in Nieder-Ofleiden am 26.04.1996. Das in den 30er Jahren errichtete Gebäude war ursprünglich als Unterkunft für den RAD gedacht, stand aber schon längere Zeit leer, als es beim Eintreffen der Feuerwehr gegen 3:30 Uhr in voller Ausdehnung brannte. Meterhohe Flammen und Hitzestrahlung gefährdeten das unmittelbar angrenzende Wohnhaus. Den 41 Einsatzkräften gelang es, das Übergreifen der Flammen zu verhindern und Hab und Gut zu bewahren. Das Brandobjekt selber wurde völlig zerstört.

 Im November 1996 feierte man die Ankunft des neuen Löschgruppenfahrzeuges LF 16/12 am Stützpunkt in Homberg. Das Fahrzeug ersetzt ein altes TSF und ein altes TLF, die zusammen schon über 60 Jahre auf dem Buckel hatten. Der "kleine" Tanker war lange Zeit das einzige wasserführende Fahrzeug im westlichen Kreisgebiet und hatte so eine erhebliche einsatztaktische Bedeutung. Die Jahre sind an diesem Fahrzeug aber nicht spurlos vorüber gegangen, er war zum Veteranen geworden. Das neue LF 16 hat einen Wassertank und besticht durch moderne Technik und hohen Sicherheitsstandard. Hochdruckpumpe, Schnellangriff, Geräte zur technischen Hilfeleistung und Atemschutzgeräte im Mannschaftsraum machen es zum Allroundfahrzeug und zum Stolz der Homberger Feuerwehr.

Eine seiner letzten größeren Handlungen für das Gemeinwohl der Stadt vollzog Bürgermeister Eckhard Hisserich, als er Anfang Mai 1998 ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 an die Wehr übergab. Man kann an manchem sparen, so Hisserich, im eigenen Interesse sollte man das nie an der Sicherheit tun. Mit der Beschaffung des Fahrzeuges wurde das alte, mittlerweile 31 Jahre alte Löschgruppenfahrzeug ausrangiert. Der 270.000 DM teuere Neuerwerb hat 140 PS, ist bis zu 100 Km/h schnell und verfügt neben ABS und Schleuderketten über eine Tragkraftspritze mit neuester Technologie, Pressluftatmer im Mannschaftsraum und 600 Liter Löschwassertank. Zudem ist das Fahrzeug noch mit dem alten Führerschein Klasse 3 zu fahren.

Ein Jubiläum konnte die Jugendfeuerwehr in Homberg im September 1998 feiern, denn genau vor 25 Jahren traf man sich zum ersten Mal unter der Anleitung von Wilfried Weber. Einige Gründungsmitglieder, über 250 Gäste und die heutigen waren dabei, als man mit einem Festakt die Gründung vor einem viertel Jahrhundert gebührend feierte. Bürgermeister Orth lobte die Jugendfeuerwehr als einen wahren Segen für Homberg. Außerdem dankte er allen Feuerwehrleuten für ihre ständige Bereitschaft anderen selbstlos zu helfen, wobei er besonders die Jugendlichen betonte. Ganz nebenbei gelang es den Hombergern in diesem Jahr, den Rainer-Hartwig-Gedächtnispokal für sich zu gewinnen. Mit einem zünftigen Discoabend in der Stadthalle wurden die Feierlichkeiten beschlossen.

Die Alsfelder Firma Hartmann-Spezialkarosserien fertigte den Gerätewagen Nachschub (GW/N), den die Wehr im März 1999 in Dienst stellte. Mit seiner geräumigen Doppelkabine, der großen Pritsche und der Ladebordwand ist dieser seriennahe LKW sehr vielseitig einsetzbar. Mit 700 Metern B-Schlauch in Wagen ersetzt er den alten Schlauchwagen, der schon über 31 Jahre auf dem Buckel hatte und an eine Feuerwehr in Ungarn verschenkt werden konnte. Als weitere Beladung sind Boxen mit Ölbindemittel, Sandsäcken, Rüsthölzern, Schaumkanistern oder eine Tragkraftspritze möglich.

Immer wieder muss die Homberger Feuerwehr auch zu Einsätzen auf der A5 ausrücken. Und es war leider nicht der letzte schwere Verkehrsunfall, der sich am Ostersamstag 1999 in Höhe der Gemeinde Mücke ereignete. Ein Lastwagen fuhr ungebremst auf einen langsam fahrenden Golf, in dem vier Personen den Tod fanden. Den 20 Rettungskräften bot sich bei ihrer Ankunft ein Bild des Grauens. Der PKW war von dem LKW so stark eingedrückt worden, dass die Männer der Alsfelder und Homberger Wehr nur mit der Rettungsschere zu den eingeklemmten Opfern gelangen konnten.

Im Oktober 2000 trat Bernd Holland nach 17 Jahren im Amt als Stadtbrandinspektor zurück, sein Nachfolger wird Peter Pfeil.

Aus Vereinsgeldern, Spenden und einem Zuschuss der Stadt Homberg wurde im Februar 2001 ein neues Mannschaftstransportfahrzeug beschafft und in Dienst gestellt. Es handelt sich um einen Opel Movano von der Firma Hartmann aus Alsfeld.

Plötzlich und unerwartet starb im April 2002 der ehemalige Stadtbrandinspektor Bernd Holland im Alter von 49 Jahren.

Im August 2002 waren 10 Kameraden unserer Einsatzabteilung gemeinsam mit vielen anderen Kameraden aus dem Vogelsbergkreis beim Elbehochwasser in Dessau Waldersee eingesetzt, um die Deiche zu schützen.

Vom 14. bis 15. Juni 2003 fand der 30. Stadtfeuerwehrtag in Homberg statt. Er wurde mit der Stadtmeisterschaft der Jugendfeuerwehren, einem Dämmerschoppen mit den Sun Dreamers, einer Großübung, sowie einem Festzug gebührend gefeiert.

Im Alter von 85 Jahren starb im Juli 2004 der Ehrenstadtbrandinspektor Heinrich Becker.

Aus Vereinsgeldern, Spenden und einem Zuschuss der Stadt Homberg wurde im August 2006 ein gebrauchter VW-Bus gekauft und zum Einsatzleitwagen ausgebaut. Dieser ersetzt den in die Jahre gekommenen mittlerweile 22 Jahre alten ELW. 

Im Januar 2007 kam es durch das Sturmtief "Kyrill" zu einer großen Zahl von Einsätzen in relativ kurzer Zeit, es mussten jede Menge Bäume von den Straßen geräumt werden, um diese wieder passierbar zu machen oder Fahrzeugen die zwischen zwei Bäumen eingeschlossen wurden eine Weiterfahrt zu ermöglichen.

Bei der Jahreshauptversammlung im März 2008 kam es dann zu einigen personellen Veränderungen im Verein und der Einsatzabteilung. Nach 18 Jahren legte Wehrführer Peter Pfeil sein Amt nieder und Christian Born wird zu seinem Nachfolger gewählt. Der 2. Vorsitzende Heinz-Dieter Löchel stellt sich nach 13 Jahren nicht mehr zur Wahl, sein Nachfolger wird Friedhelm Höck. Zum Nachfolger für den Posten des Rechners wird Andreas Deeg gewählt.

Um den Nachwuchs in der Jugendfeuerwehr und somit auch den der Einsatzabteilung sicher zu stellen, fand im März ein Aktionstag zur Gründung einer Kinderfeuerwehr im Stützpunkt statt. 
Das Interesse war so groß, dass eine Kinderfeuerwehr gegründet werden konnte, die von Beate Kudla, Petra Pfeil, Ute Friedrich und Sandra Stein geleitet wird. In der Kinderfeuerwehr können Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren mitmachen, sie werden dort behutsam an die Feuerwehr heran geführt.

Im Dezember 2008 konnte ein Löschgruppenfahrzeug LF 10/6 das vom Land Hessen für den Katastrophenschutz gefördert wurde bei der Firma Magirus in Weisweil abgeholt werden. Dieses ersetzt das LF 8/6 aus dem Jahr 1998, das jetzt seinen Dienst im Stadtteil Nieder-Ofleiden versieht.  

Im März 2009 kommt es erneut zu einem Wechsel an der Spitze der Einsatzabteilung. Nach nur einem Jahr im Amt des Wehrführers legt Christian Born aus privaten Gründen sein Amt nieder. Zum neuen Wehrführer wird Stefan Seibert einstimmig gewählt.

Wieder Veränderungen an der Spitze der Einsatzabteilung, im März 2011 legt Sandro Wittig aus privaten Gründen sein Amt als stellv. Wehrführer nieder, sein Nachfolger wird Daniel Müller.

Durch eine Spendenaktion unter den Homberger Geschäftsleuten und mit finanzieller Unterstützung des Vereins können im Frühjahr 2011 neue Einsatzjacken und Hosen Modell "Obersdorf" für die Einsatzabteilung beschafft werden, diese ersetzen die nicht mehr zeitgemäßen orangen Jacken und blauen Latzhosen.