Freitag, 20. Oktober 2017
Notruf : 112

Feuerlöscher

Richtiger Umgang mit dem Feuerlöscher

Eine weggeworfene Zigarette im Mülleimer, ein Kurzschluss im Stromkabel, oder angebrannte Speisen auf dem Herd - ein Brand im eigenen Haushalt oder Auto ist schneller entstanden als man denkt.

Doch je früher man einen Brand bemerkt, desto größer sind die Chancen ihn selbst unter Kontrolle zu bringen. Ein hilfreiches Mittel ist hierfür der Feuerlöscher.

Feuerlöscher sind weder nach den heutigen Bauvorschriften für Privathaushalte, noch im eigenen PKW vorgeschrieben. Trotzdem können Sie bei richtiger Handhabung Schlimmeres verhindern. Deshalb empfiehlt es sich, im eigenen Haushalt und Auto einen funktionstüchtigen Feuerlöscher vorzuhalten.

 

Wie finde ich in der Arbeit oder im Wohnhaus den nächsten Feuerlöscher?

Der Aufbewahrungsort von Feuerlöschern sollte gekennzeichnet sein. Folgende Schilder helfen, einen Feuerlöscher schnell aufzufinden:
 

Dieses Schild gibt Aufschluss über den Standort des nächsten Feuerlöschers.


Mit Hilfe dieses Schildes erfährt man in welcher Richtung man zum nächsten Feuerlöscher gelangt.

 


Welche Arten von Feuerlöschern gibt es?

Bei Feuerlöschern gibt es Unterscheide in der Funktionsweise:

Aufladelöscher:

Der Aufladelöcher muss vor der Inbetriebnahme erst "scharf" gemacht werden. Er besteht aus einem Löschmittelbehälter und einer Gasflasche mit Treibmittel. Durch Öffnen eines Ventils strömt das Treibmittel (z.B. Kohlendioxid) in den Löschmittelbehälter und setzt diesen unter Druck - der Feuerlöscher ist somit einsatzbereit.
Es gibt Aufladelöscher mit eingebauter und außen am Feuerlöscher angebrachter Treibgasflache.

Dauerdrucklöscher:

Beim Dauerdrucklöscher sind das Löschmittel und das Treibmittel (Stickstoff) in einem Behälter - der Feuerlöscher steht somit ständig unter Druck und muss nicht erst aufgeladen werden.

Gaslöscher:

Bei Gaslöschern ist das Löschmittel zugleich das Treibmittel (Kohlendioxid).


Jeder Feuerlöscher kann auf einfache Weise in Betrieb genommen werden. Als Hilfe bei der Inbetriebnahme dient die aufgedruckte Bedienungsanleitung.

Haben Sie im Alltag einen Feuerlöscher in Ihrer Nähe, z.B. im Hausgang zu Hause oder in der Arbeit, empfiehlt es sich über seine Bedienung zu informieren, damit Sie im Ernstfall schnelle Hilfe leisten können.

 

Welchen Löscher soll ich zur Brandbekämpfung einsetzen?

Nicht jeder Feuerlöscher eignet sich dazu jedes Brandgut zu löschen. Deshalb sind brennbare Stoffe in die Brandklassen A-F eingeteilt. Eine Verwendung des falschen Löschmittels kann sogar einen negativen Löscherfolg bewirken und den Brand ausweiten!

Für welche Brandklassse sich der jeweilige Löscher eignet, muss aufgedruckt sein. Die meisten Feuerlöscher eignen sich für mehrere Brandklassen gleichzeitig (z.B. ABC-Löscher).

Fettbrände:

Wichtig ist bei der Bekämpfung von Fettbränden niemals Wasser einzusetzen - dies kann zu einer gefährlichen Stichflamme führen.
Auch der Einsatz einer Löschdecke soll nach neueren Erkenntnissen nicht mehr durchgefürt werden.

Das einfachste Löschmittel bei brennendem Fett im Topf oder in der Friteuse ist das Aufsetzen eines Deckels. Dabei ist es jedoch wichtig darauf zu achten, dass sich auch auf dem Deckel keine Kondenswasserrückstände befinden - denn schon ein kleiner Tropfen Wasser auf dem brennenden Fett kann zu einer gefährlichen Fettexplosion führen.

Ein weiteres Löschmittel für Fettbrände sind spezielle Fettbrandlöscher. Sie sind für Ihre Eignung gekennzeichnet (Brandklasse F).

 

Einteilung der Brandklassen

Brandklasse A
feste Stoffe, die normal mit Glutbildung verbrennen
z.B. Holz, Papier, Textilien, Kohle, Autoreifen
Brandklasse B
flüssig und flüssig werdende Stoffe
z.B. Benzin, Kunststoffe, Wachse, Schmierfette, Lacke
Brandklasse C
gasförmige Stoffe
z.B. Erdgas, Methan, Propan, Wasserstoff, Acetylen, Teer, Alkohol
Brandklasse D
Metalle
z.B. Aluminium, Magnesium, Natrium, Lithium, Kalium (und deren Legierungen)
Brandklasse F
Fett
z.B. Friteuse,Speisefette

Löschmittel und deren Wirkung

Wasser:

Das bekannteste Löschmittel ist wohl Wasser. Es dient dazu dem Feuer die Wärme durch Abkühlung zu entziehen. Als Nebeneffekt wirkt es auf das Feuer erstickend.

Schaum:

Schaum legt sich wie eine Schicht auf das Brandgut und wirkt darauf erstickend.

Pulver:

Das Löschpulver soll bei Metallbränden die Oxidation unterbrechen und wirkt erstickend.

Kohlendioxid:

Auf den brennbaren Stoff hat Kohlendioxid eine erstickende Wirkung.

Weitere Löschmittel:

Als weitere Löschmittel sind Sand, die Löschdecke und der Fettbrandlöscher zu nennen.

 

Feuerlöscher und Ihre Eignung

  brandklasse_a brandklasse_b brandklasse_c brandklasse_d brandklasse_f
Pulverlöscher
mit Glutbrandpulver
PG  ja  ja  ja  nein  nein
Pulverlöscher
mit Metallbrandpulver
PM  nein  nein  nein  ja  nein
Pulverlöscher P  nein  ja  ja  nein  nein
Kohlendioxidlöscher CO2 K  nein  ja  nein  nein  nein
Wasserlöscher W  ja  nein  nein  nein  nein
Schaumlöscher S  ja  ja  nein  nein  nein
Fettbrandlöscher F  ja  nein  nein  nein  ja

Richtiger Umgang mit dem Feuerlöscher

Der Brand ist immer in Windrichtung angreifen.

Flächenbrände sind von vorne nach hinten und von unten anzugreifen.
Das Löschmittel soll das Brandgut und nicht die Flammen treffen.

Tropf- und Fließbrände sind von oben nach unten zu löschen.

Wenn vorhanden sollten mehrere Feuerlöscher gleichzeitig eingesetzt werden, nicht nacheinander!

Nach Ablöschen des Brandes ist auf eine mögliche Rückzundung zu achten.

Der Feuerlöscher muss nach der Benutzung von einer Fachfirma geprüft und wieder befüllt werden.

Überprüfung von Feuerlöschern

Feuerlöscher müssen nach Norm alle 2 Jahre von einem Sachverständigen auf Ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden. Ein entsprechender Nachweis über die erfolgte Prüfung wird auf dem Feuerlöscher aufgeklebt. Nur so kann die Einsatzfähigkeit des Feuerlöschers sichergestellt werden.

Dauerdrucklöscher müssen nach Druckbehälterverordnung zusätzlich alle 10 Jahre, z.B. vom TÜV, überprüft werden. Bei Ihnen kann es zum Zerplatzen und daraus resultierenden schweren Verletzungen kommen.


Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie jedoch immer die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 alarmieren!

 

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