Dienstag, 17. Juli 2018
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Großübung mit über 400 Einsatzkräften

Über 400 Einsatzkräfte probten am Samstag im Großraum Mücke den Katastrophenfall. Unter Beteiligung der Bundeswehr arbeiteten die Bundespolizei, das Deutsches Rote Kreuz, der Hessen-Forst, die Feuerwehr und das Technisches Hilfswerk zivil-militärisch zusammen. Das Szenario sah einen ausgedehnten Waldbrand mit zahlreichen Zwischenfällen im sogenannten Burgwald vor. 

Der Landrat des Vogelsbergkreises stellt den Katastrophenfall fest und richtet an das Landeskommando Hessen der Bundeswehr einen Antrag auf Amtshilfe“, schilderte Oberstleutnant Bernd Lesemann vom Landeskommando zum Szenario. Er hob dazu die gesetzliche Grundlage nach dem Paragraphen 35 des Grundgesetztes hervor, dieser ermöglicht unter anderem die Anforderung von Streitkräftehilfe bei Naturkatastrophen oder besonders schweren Unglücksfällen.

 

Pünktlich um 8 Uhr ertönten die Feuersirenen in Mücke, wenig später rückten Dutzende Einsatzkräfte in das Übungsgebiet aus. Alleine 250 Brandschützer der Feuerwehren Gemünden, Grünberg, Homberg, Mücke und Ulrichstein nahmen teil, hinzu kamen 100 Soldaten der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie Nordhessen sowie rund 70 weitere Kräfte der beteiligten Behörden und Organisationen. „Der Hauptzweck der Beteiligung der Kompanie aus Nordhessen bestand in der Erprobung von Verfahren zur Unterstützung von Hilfeeinsätzen der zivilen Rettungsorganisationen“, so Oberstleutnant Lesemann zur Teilnahme der Soldaten. Diese unterstützten sowohl Feuerwehrleute als auch Rotkreuzhelfer und Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW).

 

So wurde beispielsweise am Seenbach in Merlau eine Spezialpumpe des THWs mit der Hilfe von Soldaten in Stellung gebracht. Die Drehkolbenpumpe förderte zeitweise 5.000 Liter Wasser pro Minute zur Brandbekämpfung. Am Ilsbach unterstützten Soldaten den Betrieb von insgesamt vier Tragkraftspritzen der Feuerwehr, diese förderten zeitweise über 3.000 Liter Wasser. Das Löschwasser wurde über kilometerlange Schlauchstrecken zum „Brandort“ gefördert, zusätzlich kamen Tanklöschfahrzeuge und Wasserwerfer der Bundespolizei zum Einsatz. Wie ein Polizeisprecher schilderte, verfügen die Werfer über ein Wassertankvolumen von 10.000 Litern. Mit unzähligen Strahlrohren konnten Feuerwehrleute so die fiktiven Flammen bekämpfen.

 

Durch die Einspielung von verschiedenen Unfällen wurden die Übungsteilnehmer zusätzlich gefordert, dazu zählten ein schwerer Verkehrsunfall und ein Gefahrgutunfall. So wurde auf einem Waldweg eine Karambolage mit drei Fahrzeuge simuliert, auf die auch noch mehrere Bäume stürzten. Mit hydraulischen Rettungsgeräten befreiten Feuerwehrleute hierbei mehrere Unfalldarsteller aus den völlig deformierten Karosserien. Zum Abtransport der Verletzten durch das Forstgelände kam ein Allschutz-Transport-Fahrzeug (ATF) vom Typ „Dingo“ der Bundeswehr zum Einsatz. Auf einem wenige Meter entfernten Wertholzplatz kam es fast parallel zu einem gespielten Gefahrgutunfall, bei dem aus einem Container ätzende Säure floss. Hier eilten der Gefahrstoffzug der Feuerwehr der Stadt Homberg, Feuerwehrleute aus Atzenhain und Ober-Ohmen sowie zahlreiche Bundeswehrkräfte zur Hilfe. Sowohl Feuerwehrleute als auch Soldaten arbeiteten dort in speziellen Chemikalienschutzanzügen, auch kam dort ein Panzer vom Typ Fuchs zum Einsatz.

 

Eine Sonderlage musste in einem unwegsamen Gelände bei Schellnhausen absolviert werden, dort musste eine abgestürzte Gruppe von Wanderern gerettet werden. Hier kamen besonders die Höhenretter der Bundespolizei und die Feuerwehr der Stadt Homberg mit ihrer Absturzsicherungsgruppe zum Einsatz. Weitere Raffinessen waren eine verunglückte Wandergruppe im Steinbruch von Merlau sowie ein groß angelegter Räumeinsatz mit Motorkettensägen auf einem Weg des Burgwaldes. Zur Koordination der Hilfeleistungen wurde an der Feuerwache in Nieder-Ohmen eine Einsatzzentrale der Feuerwehr und am Dorfgemeinschaftshaus von Merlau eine Operationszentrale der Bundeswehr eingerichtet. Am Festplatz von Merlau gab es einen Bereitstellungsplatz. Bei einem Busunternehmen in Groß-Eichen wurden eine Versorgungsstelle und ein Behandlungsplatz des Deutschen Roten Kreuzes eingerichtet.

Text und Bilder: Philipp Weitzel

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